Porträt: Margit Tabel-Gerster, Strandfoto: Margarete Kahn

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Unser Vater, Schwiegervater und Großvater,

Harald Mueller

geb. am 18. Mai 1934 in Memel,
ist am 27. Dezember 2021 nach längerem Herzleiden friedlich verstorben.

Das Theater war sein Leben. Sein unbändiger Freiheitswille und Schaffensdrang haben ihn bis zuletzt geleitet.

Die Trauerfeier und Urnenbeisetzung findet am Donnerstag, den 21. April 2022 auf Sylt statt, wo Harald beerdigt werden wollte. Gäste sind herzlich willkommen, um rechtzeitige Anmeldung wird gebeten.


Kondolenzbuch / Book of condolences

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19 Kommentare

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  1. Lieber Harald, wir kennen uns seit etwa 45 Jahren oder länger. Ab meinem 15 Lebensjahr habe ich Dir in Klappholttal soviel von mir und all meinen jugendlichen Themen erzählt. Später, nach meinem Kunststudium habe ich ein großformatiges Bild von Dir gemalt, im Kinderheim Deiner Herzensfreundin Gudrun Wentz. Das ist lange her. All diese Jahre haben wir uns unterhalten, diskutiert, ich habe zwei Deiner Töchter aufwachsen gesehen und viel aus Deinem Leben erfahren. Meine Tochter Marie-Sophie hat seit ihrem 6 Lebensjahr bei Dir in Klappholttal Theater gespielt. Jeden Sommer hast Du dort den Menschen die Rollen auf den Leib geschrieben. Deine Schauspieler sind jedes Jahr wieder gekommen um mit Dir als Regisseur Theater zu spielen. Unglaublich, was für tolle Inszenierungen wir dort erlebt haben. Du bist ein Teil von Klappholttal, immer warst Du dort. Oft saßest Du in einer der kleinen Hütten in den Dünen und hast Deine Stücke geschrieben. Abends fand man Dich im Glashaus. Aus Deiner Ecke an der Theke hast Du die Menschen betrachtet. Auch dort haben wir viele Gespräche geführt und zusammen mit Deinen SchauspielerInnen gefeiert. Klappholttal ohne Dich- nicht vorstellbar. Wir danken Dir für all das, was Du uns gegeben hast Ute Reichel und Marie-Sophie Reichel

  2. Noch zu Zeiten der zuendegehenden DDR erreichte mich aus eben dieser die Empfehlung bzw. Bitte eines geschätzten Dramaturgen-Kollegen, ich möge doch mal mit dem vielseitigen Harald Müller in Kontakt treten, ihn womöglich in meine Arbeit einbeziehen. Nachdem wir so miteinander verknüpft worden waren und uns mit beiderseitiger Sympathie kennengelernt hatten, folgte dem schon bald, Anfang der Neunzigerjahre, Haralds Lehrauftrags-Tätigkeit in unserem neuen Studiengang „Szenisches Schreiben“ an der UDK Berlin.

    Seitdem haben wir uns viele Male getroffen, natürlich stets bei einem Weinchen, vielfältig verstrickt in mäandernde Gespräche über die Theaterbranche und Kollegen, Stücke, eigene Schreibpläne, Politik (hin und wieder auch über Frauen). Dabei war Harald immer ein offener, vielseitiger und anregender Dialogpartner, gleichermaßen phantasie- und humorvoll.

    Mit seiner poetischen Dystopie „Totenfloß“ hatte er einen theatralen Geniestreich vollbracht, der bis heute nichts an Aktualität eingebüßt hat. Mit seinen jüngeren Plänen zu Politstücken oder zur Genetik konnte ich nicht viel anfangen – und habe ihn das auch wissen lassen. Aber Harald nahm nie übel. Er glaubte an sich. Und an eine Phantasie-Welt jenseits der ihn und uns umgebenden.

    Mit seinem Tod ist die Kunst wieder mal um einen schöpferischen Phantasten ärmer geworden.

  3. Lieber Harald, wir haben den Augenblick nicht vergessen: Als Du in den 80ern neben uns sassest, auf dieser harten Schwarzwälder Kirchenbank. Ich schob Dir einen dicken Psalter zu. Ab diesem Moment exzerpiertest Du wie eine Archäologe und wie besessen die alten Sprüche aus dem 17. Jh., von denen Du einige für Dein nächstes Theaterstück brauchtest. Wir sehen uns wieder, mach’s gut.

  4. Als ich vor langer Zeit nach Jahrzehnten wieder nach Klappholttal kam, war er einer der Ersten, denen ich begegnete. Wir kurvten wie Trabanten umeinander herum. Ich spielte in seinen Theaterinszenierungen mit und erlebte ihn als Regisseur mit sehr genauen, unabänderbaren Vorstellungen. Tagsüber sah ich ihn bisweilen in seinem Häuschen, gleich an der Strandtreppe, am Fenster sitzen, vor sich die Schreibmaschine, auf der er seine Gedanken festhielt – unentwegt innerlich brütend, schreibend, vielleicht auch den ein oder anderen Satz, ein Fragment erhaschend von den Vorüberlaufenden. Später erlebte ich ihn häufig abends im Glashaus in einer Ecke am Tresen sitzend, schreibend, notierend, wie ein Wolf auf der Pirsch nach Worten, Ideen, Gedanken.

    Ich vermisste ihn, als ich vor Jahren einen Film drehte in Klappholttal, über Klappholttal, in dem Jeder im Grunde sich selber spielte, eingewoben in eine erdachte Handlung. Harald hatte ich fest eingeplant als Schriftsteller und ‚Charmeur‘ – aber er war nicht da – und schwer zu ersetzen.

  5. Ende Dezember 95 oder 96, ich war noch (oder schon nicht mehr) Dramaturg am Deutschen Theater, lud mich Harald Müller nach Sylt ein. Ihm stehe während der Weihnachtsferien in List ein leeres Kinderheim zur Verfügung. Ich könne auch meine jüngeren Kinder mitbringen.

    Wir wollten über sein Stück „Kanzlersturz“ sprechen. Es war das dreizehnte oder vierzehnte Jahr des Kanzlers Kohl. Mir war alles willkommen, was den Abgang des ewigen Kanzlers beschleunigen konnte. Ein Freund von ihm hütete meine Kinder, während Harald und ich bei einem Gang über den Strand darüber sprachen, wie man den Sturz im Stil einer Farce darstellen könnte.

    Sieben oder acht Jahre später, inzwischen war Schröder der Kanzler, nahmen wir das Gespräch über Haralds unvollendetes Werk in einer Kneipe in Schmargendorf wieder auf. Und kehrten weitere sieben oder acht Jahre später, die Kanzlerin, die es zu stürzen galt, war nun Angela Merkel, zu dem Thema zurück.

    Warum er die Kanzler so unbedingt stürzen wollte, dass er die Arbeit an dem Stück über Jahrzehnte immer wieder aufnahm, ist mir entfallen. Manchmal kam’s mir so vor, als wolle er der Zeit, die in den späten Jahren unsere Schaffenskraft mindert, das Recht bestreiten, sich in seine Vorhaben einzumischen. (Einer der Regisseure, mit denen ich in der Theaterzeit zu tun hatte, war der Meinung, nach Vollendung des fünfzigsten Lebensjahrs habe ein Dramatiker der Welt nichts mehr zu sagen). Als mich die Nachricht von seinem Tod erreichte, dachte ich, dass er am Sturz des Olaf Scholz nun nicht mehr wird arbeiten können.

    Das zweite Stück, über das wir uns Ende Dezember 95 oder 96 auf Sylt unterhielten, hatte den Titel „Genopolis“ und handelte von Genmanipulation. Von dem, was Harald anprangern wollte, hatte ich nicht allzu viel Ahnung. Ich wusste im Grunde nur, dass es eine der Perversionen war, zu denen die Spezies seit jeher neigt. In dem Zimmer im Kinderheim, in dem Harald seine Schreibmaschine aufgestellt hatte, lag ein Stapel mit Blättern, auf die er die ersten Szenen des Stücks getippt hatte.

    Haralds Einkünfte tendierten in den folgenden Jahren gegen Null. Ich zweifelte daran, dass es unter diesem Aspekt eine gute Idee war, an einem Projekt festzuhalten, dessen Umfang seinen Auskünften nach auf mehrere hundert Seiten angeschwollen war. Er aber war überzeugt davon, dass die Dramaturgen wichtiger Häuser, die ihre Magisterarbeit über sein „Totenfloss“ geschrieben hatten, auf das Werk warten würden.

    „Kennst Du den Soundso?“, fragte er manchmal in einem Anruf, der meistens kam, wenn ich grade irgendwo im Theater saß (und vergessen hatte, das Handy auszuschalten), berichtete von einem Telefonat und gab sich der Illusion hin, dass er das Werk nur vollenden müsse, um es aufgeführt zu bekommen. Ich erinnerte ihn daran, dass die Theater zurzeit am liebsten Romane und Filmdrehbücher auf die Bühne bringen.

    Der Stapel der Blätter, die er mit seinen Erkenntnissen über die Sünde der Manipulation von Genen bedeckt hatte, wuchs und wuchs. Das Manuskript aber, das ich mir anschauen sollte, wollte nicht in meinen Briefkasten fallen. Da ich den Vorgang als zunehmend tragisch empfand, fragte ich ihn bei einem unserer Treffen, ob er nicht lieber Prosa schreiben wolle. Er habe doch ein einzigartig interessantes Leben gehabt. Davon wollte er aber nichts hören.
    In der Woche vor Weihnachten, ich war grade am Ufer der Havel aus dem Auto gestiegen, um einen Spaziergang zu machen, rief seine Tochter Miriam an und übergab ihm ihr Handy. Er liege auf der Intensivstation einer Klinik, sagte er. Die Ärzte hätten aus Geldgier vor, ihm ein Bein abzunehmen. Ich müsse sofort kommen und ihn rausholen.

    Statt spazieren zu gehen, fuhr ich in die Klinik. Und erschrak darüber, wie greisenhaft der große und kräftige Harald aussah. Da er zuletzt nur noch mit Mühe gehen konnte, hatten wir uns zwei oder drei Jahre lang nicht gesehen.

    Er griff nach meiner Hand. Ich ahnte, dass es ein Abschied war, und dachte, er wird an den Projekten Kanzlersturz und Genmanipulation festgehalten haben, obwohl niemand mehr auf ein Werk des einst viel Gespielten gewartet hat. Weil das Schreiben, bei dem er kein Ende mehr finden konnte, ein Aufbegehren gegen das andere Ende war, das sich mit keinem Trick der Welt aufschieben lässt.

    Michael Eberth, 17 Jan 22

  6. Harald habe ich auf Sylt kennen und schätzen gelernt, besonders durch gemeinsame Veranstaltungen in Klappholttal […]

  7. Harald Müller und ich sind zusammen aufgebrochen, um das Theater neu zu erfinden. Er war und blieb wie Herbert Achternbusch ein genialer Außenseiter.

    Über Jahre hinweg haben wir immer wieder die Begegnung gesucht, am Ende haben das Leben und die Arbeit uns weit voneinander entfernt. Ich weiß, daß er sicher enttäuscht von mir war.

    Es war eine wichtige Zeit. Die Proben in den Münchner Kammerspielen 1970 zu seinem ersten Stück DER GROSSE WOLF waren aufregend und voller Hoffnung.

    Jetzt ist das „Damals“ wieder lebendig geworden.
    Ich bin ich sehr traurig über seinen Tod.

    Claus Peymann

  8. Es gab zwei Ur- und Erstaufführungen seines Stückes TOTENFLOSS eine davon in meiner Regie am Marburger Schauspiel. Es war eine spektakuläre Inszenierung zu der wir die Spielstätte FEUERWACHE, tatsächlich in einer Feuerwache und mit deren Hilfe, unter Wasser gesetz haben, für eine apokalyptische Szenerie, mit einem wirklichen Floß, das auf dem Weg nach Xanten war, ein wunderbares Ensemble, eine bemerkenswerte Bühennmusik des französichen Komponisten Serge Weber, der leider viel zu früh verstorben ist.

    Die Inszenierung hatte für mich auch deshalb besondere Bedeutung, weil der HR darüber einen kleinen Film gedreht hat. Kurz darauf war ich dann selbst als Sprecher und Journalist beim Hessischen Rundfunk und habe für den Sender für mehrere Filme die Drehbücher geschrieben und Regie geführt.

    Die Telefonate, die Gespräche mit Harald Mueller sind in bleibender Erinnerung. Und sein Stück? Nach wie vor von brennender Aktualität!!

  9. Tote werden schnell vergessen. Erinnern und Dank kommen aus der Mode. Beides ist ungerecht.

    Harald Mueller war als Hörspiel-Autor immer ein Freund des Publikums. Er wollte Leben schildern, Experimente schienen ihm verdächtig. Vor der Liste seiner Funkarbeiten stelle ich erstaunt fest, dass ich die meisten dieser Titel dramaturgisch betreut habe. Dabei war er ein schwieriger Autor. Hartnäckig, sperrig, fordernd – aber auch treu. Jeden fachlichen Rat prüfte er, indem er ihn immer wieder laut nachsprach, quasi abschmeckte, bis er den eigenen Ton dafür fand. Die ostpreußische Herkunft war seiner Stimme bis zum Ende anzuhören, vielleicht hat uns das verbunden. Seine Anrufe – überraschend, von irgendeiner Parkbank, aus einer Kneipe, manchmal auch von erfundenen Orten – berichteten von großartigen Plänen, die ihn bis zum Ende verfolgten.

    Mach’s gut, Harald. Irgendwo dort in den Dünen von Sylt.

  10. Lieber Harald,

    als ich Dich am 27. Dezember und das St-Josephs-Krankenhaus verlassen hatte, unsicher, ob Du mich erkannt und verstanden hast, was ich Dir erzählt habe, dachte ich darüber nach, ob und was ich Dir vielleicht bei meinem nächsten Besuch vorlesen könnte. Und drei Stunden später erhielt ich die Nachricht von Miriam, dass Du uns Lebende für immer verlassen hast.

    Seither beschäftigen mich die Erinnerungen: an die erste Begegnung 1960, als Du uns Rettungsschwimmern in Hohwacht den „Kleinen Prinzen“ vorgelesen hast, sozusagen als Generalprobe für eine Tournee. Dann, viel später, als ich selber an verschiedenen Theatern gearbeitet habe und versuchte Deine Stücke in die Spielpläne aufzunehmen bis hin zu meiner eigenen Inszenierung von Deinem „Doppeldeutsch“.

    Und in den letzten Jahren die vielen Treffen, als ich inzwischen in Berlin gelandet war, erst in in Schmargendorfer Lokalen, dann, als das Gehen Dir schwer fiel, in der Sodener Straße, im Katharinenhof und schließlich im St.Josephs. Unsere Gespräche drehten sich um Persönliches, Politisches, Historisches und natürlich um das Theater und Deine Stücke, hier vor allem um die, an denen Du bis zuletzt gearbeitet hast: Am meisten und am längsten über das „Schattenkabinett“, mittlerweile genügend Szenen für drei Theaterabende, dann das neue, nicht ganz fertige Lutherstück, bei dem ich Dir bei der Zusammenstellung helfen konnte. Und die Neufassung der „Trasse“, für die ich Vorschläge für die Aktualisierung machen sollte, womit ich noch befasst bin.

    Das Alles und noch viele Gedanken und Pläne haben dich beschäftigt und Deine Besucherinnen und Besucher, von denen ich einer war, wurden mit einbezogen, bis die Krankheit Dich verstummen ließ.

    Und das beschäftigt mich nun weiter und die Erinnerungen an unsere vielen Begegnungen.
    Kay

  11. Liebe Trauergemeinschaft,

    Im Namen der Akademie am Meer in Klappholttal auf Sylt möchte ich unser herzliches Beileid aussprechen.
    Harald Mueller war mir nicht nur durch viele Erzählungen und Berichte sowie durch die einschlägigen Texte in den Annalen der Akademie bekannt – nein, im Laufe der vergangenen 12 Monate suchte er regelmäßig und ausführlich den persönlichen telefonischen Austausch mit mir und äußerte immer wieder den Wunsch (oder eigentlich: den festen Plan) noch einmal nach Klappholttal zu kommen.

    Schon am zweiten oder dritten Tag nach meinem Debut als Leiter der Akademie rief er mich an, fragte nach meinen Plänen für Klappholttal und unterbreitete Ideen und Vorschläge. Diese fingen beim Programmatischen an (welche Künstler, Referenten oder Ensembles sollten einmal eingeladen werden) und hörten bei ganz praktischen Dingen nicht auf (so sollte nach seinem Dafürhalten z.B. unbedingt die Bewirtschaftung der Schänke im Glashaus wieder aktiviert werden…)

    Harald Mueller wurde nicht müde, mir kleinere und größere Projektideen zu unterbreiten und Kontakte zu vermitteln, und auch wenn ich längst nicht alles in die Tat umsetzen konnte, bin ich ihm dankbar für diese treuen, unnachahmlichen und rührigen Telefonate im ersten Jahr meiner Tätigkeit.

    Aus unserem geplanten Treffen in Berlin und aus seinen Reiseplänen ist nun nichts mehr geworden.
    Für viele Gäste und Mitarbeiter war Harald Mueller lange Jahre ein wichtiger Bestandteil Klappholttals und die Akademie hat ihm viel zu verdanken. Dafür möchte ich an dieser Stelle Dankbarkeit aussprechen. Sein Schaffen in der Akademie wird sicher noch auf viele Weise langfristig weiter wirken – nicht zuletzt in Gestalt einer großen Begeisterung für Theater, Text und wache Zeitgenossenschaft.

    Lukas Fendel
    Leiter der Akademie am Meer in Klappholttal auf Sylt

  12. Lieber Harald,

    du warst für die Akademie am Meer Klappholttal auf Sylt eine Institution. Viele Sommer hast du das Theaterseminar geleitet und für uns Klappholttaler war die Aufführung am Ende des Seminars der Höhepunkt des Sommerprogramms in Klappholttal. Du hast es immer geschafft, genügend Menschen für die Rollen zu gewinnen – mich eingeschlossen, obwohl ich manchmal lieber an den Strand gegangen wäre. Großartig!

    Du hast in Klappholttal durch dein Wirken tiefe Gravuren hinterlassen. Das Theaterseminar lebt weiter und erfreut sich inzwischen wieder einer großen Beliebheit – fortgeführt von deiner Tochter Meike von Bremen. Mehr Vermächtnis für Klappholttal, zeitweise deine Heimat, geht nicht. Du bist und bleibst unvergessen! Danke Harald.

    Volkmar Liebig
    Vorstandsvorsitzender des Trägervereins der Akademie am Meer Klappholttal

  13. 30 Jahre kannten wir uns, 30 Jahre Diskussionen am Meer und in den Dünen von Klappholttal.

    Du hast uns, Manfred, Marie-Sophie und mich an das wunderbare Metier Theater herangeführt. Das Ei von Loriot sollte für Manfred und mich der Einstieg sein, dann gehörten wir plötzlich zu Deinem Ensemble. Es kamen viele Stücke von Loriot, Anton Tschechow, Curt Götz, Jean Anouilh, Thornton Wilder etc. hinzu.
    Es war eine schöne Zeit, herzlichen Dank dafür.

    Auch wenn wir uns in den letzten Jahren nicht mehr persönlich gesehen haben, hast Du immer den Kontakt gehalten und warst stets an der Entwicklung von „unserem“ Klappholttal interessiert.

    Wir verlieren mit Dir einen wachen, interessierten Geist.

    Bernhard Riggers

  14. Du fandst Worte in den Hütten zwischen Dünen und Meer. Nun wirst Du das Geheimnis hinter dem Horizont sehen dürfen, lieber Harald!

    Margarete Kahn, Erinnerung an unsere Begegnungen in Klappholttal.

  15. So habe ich ihn vor über 30 Jahren auf Sylt kennengelernt: geistreich, an allem tiefgründig interessiert, nicht einen Themenbereich könnte ich nennen, zu dem er nichts Sinnhaftes hätte beisteuern können.
    Wie ein wandelndes Lexikon, von dem man auch kritische Anmerkungen erwarten darf. Stets druckreif formuliert.
    Körperbewusst.
    Liebenswert.
    Und genauso durfte ich ihn in seinen wachen Phasen zum Ende seines Lebens wahrnehmen.

    Er blieb sich der weltweiten Wirkung seiner Stücke bewusst. Dabei fehlte es ihm nicht an Selbstkritik. Zum Beispiel hinterfragte er sein Schaffen: rückblickend hätte er sich als Prosaist sehen können. An Ideen sowie Plänen für die Fortsetzung seiner Stücke oder für die Gestaltung der Zukunft mangelte es ihm nicht. Auch nicht an Charme.

    Solange er seine dunkelblauen Augen aufhalten konnte, blickten sie wach und weitsichtig in die Welt. Sein Körper war aber leider nicht so gesund wie sein Geist.

    Harald ist ein Mensch, der mich viele Jahre begleitet hat und den ich in seiner letzten Lebensphase dank der Unterstützung seiner Familie in Berlin begleiten durfte. Dankbar bin ich, sie kennengelernt zu haben und wir sind uns schon sicher, Kontakt zu pflegen und Harald zwischen Sylt, Rotenburg und Berlin lebendig zu halten.

    Haralds Platz in meinem Herzen ist sicher.
    Jeannette

  16. Im Namen der MitarbeiterInnen der Münchner Kammerspiele möchte ich Ihnen mein herzliches Beileid aussprechen. TOTENFLOSS in der Inszenierung von George Tabori war eine sehr wichtige Arbeit, die mich als Studentin nachdrücklich beschäftigt hat.

    Mit den allerbesten Grüßen und Wünschen
    Barbara Mundel, Intendantin

  17. 35 Jahre Lebensbegleitung, mal mehr, mal weniger intensiv.
    Immer bereichernd, herausfordernd, inspirierend.

    In Dankbarkeit und Liebe
    Margit Tabel-Gerster

  18. Lieber Harald,

    eine Freundin schickte mir heute das Zitat von Kierkegaard: „Verstehen kann man das Leben nur rückwärts, leben muss man es vorwärts.“

    Das beschreibt ziemlich genau, wie es mir geht. Ich habe erst spät begonnen, dich, meinen Vater, kennen zu lernen und zu verstehen, wer du alles bist. Denn du bist vieldimensional, hast so viele Facetten, die ich jetzt erst sehe und ein bisschen verstehe (es fällt mir schwer in der Vergangenheit von dir zu schreiben, du bist noch sehr präsent für mich).

    Die letzten Wochen waren eine besondere Zeit: Gespräche zwischen uns auf der Intensivstation, auf der Palliativstation zwischen Ärzten, Pflegern, Schläuchen und Krankenbetten. Gespräche in einer Offenheit, die für uns neu war: über die Familie, über dein Leben, über dein Arbeiten, über mein Leben.

    Nun muss mein Leben nach vorne gelebt werden. Viele Erkenntnisse nehme ich mit, manche nehmen auch meine Kinder mit auf ihren Weg!

    Dein Leben war kein leichtes und kein friedvolles. Dein Leben war geprägt vom Krieg, von Verlust, Misstrauen, starken Emotionen, von Auf- und Umbrüchen. Aber deine letzten Tage waren geprägt von Vertrauen und Versöhnung und gestern bist du friedlich gegangen/eingeschlafen.

    In Trauer, Miriam

  19. Hallo Frau Mueller,
    hier ist Thu Trang Ho vom Hospizdienst. Danke für diese Seite, habe dadurch viel mehr über Ihren Vater gelernt.
    Mit freundlichen Grüßen
    Thu Trang Ho